Es fällt mir nicht leicht, Neva zu bewerten. Es ist kein schlechtes Spiel, aber hier wurde definitiv Potential liegengelassen. Die Entwickler punkten mit einer tollen, stilisierten Optik und sorgen darüber hinaus in jedem Kapitel mit neuen Umgebungen und unterschiedlichen Gegnertypen dafür, dass während den rund vier Stunden Spielzeit nie Langeweile aufkommt. Albas stark limitierte Fähigkeiten und Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung führen allerdings auch dazu, dass sich Neva gameplaytechnisch viel zu selten von anderen Platformern abhebt. Die Entwickler wollten dies wohl durch eine emotionale Komponente ausgleichen, das gelingt ihnen jedoch nur zum Teil. Albas Beziehung zu Neva ist nett, aber kaum mit einer echten Mutter-Kind-Beziehung zu vergleichen. Auch sonst ist der Symbolgehalt des Spiels, der von den Entwicklern ausdrücklich betont wird, zu abstrus. Kaum jemand wird die dunklen Gegner im Spiel mit Umweltproblematiken oder der Coronapandemie unserer Welt gleichsetzen. Das haben andere Spiele, wie etwa After Us deutlich besser gemacht. Die meisten Spieler werden vermutlich nichts in die Geschichte hineininterpretieren. Für sie wird Neva einfach ein hübsches und gut spielbares, aber bisweilen etwas limitiertes und relativ kurzes Jump-’n’-Run sein; mit einer jungen Frau und einem Wolf, die gegen finstere Gegner kämpfen. Nicht mehr und nicht weniger.
Leer artículo completo







